work in progress: die Audioebene wird in 2017 entwickelt.

Im Zentrum der Rauminstallation “Sonnenlauf” ist eine 2,20 Meter große, geometrisch anmutende Skulptur zu sehen, die sich unmerklich dreht und wie eine Sonnenuhr ihre Schatten im Raum wirft. Diese gibt plötzlich der Schwerkraft nach, fällt, und richtet sich durch eine unsichtbare Kraft wieder auf, um daraufhin wieder in elliptische, langsame und ruhige Bewegungen zu verfallen. Durch die Schatten verändert sich subtil im Raum auch der Klang mit der kinetischen Bewegung. Das 50-Hertz Flackern der Neonröhren ist hörbar, ebenso Field-Recordings, die dem Mikrokosmos einer Wiese zuordenbar sind.

Kathrin Stumreichs transferiert mit “Sonnenlauf”, ein bereits vergessenes Element aus der Agrikultur, einen Heureiter, in den Kunstraum. Es ist dies die zweite Arbeit aus der Serie “oetztal augmented”, in der sie sich mit obsolet gewordenen Architekturen und Konstruktionen auf dem Land auseinandersetzt. Die ursprüngliche Form dieser Skulptur basiert auf intuitivem, unter Naturnähe erworbenem Wissen.

Indem die Künstlerin neue technologische Konstrukte wie Prothesen hinzufügt die Bewegung ermöglichen, fordert sie eine verschärfte Wahrnehmung elementarer zeitlicher und räumlicher Relationen ein.

Der Heureiter zentriert sich nunmehr, durch komplexe Robotik erweitert, im urbanen System,

innerhalb des neu skalierten Laufes einer künstlichen Sonne. 

Wie ein Mutant folgt er neuen, raumimmanenten Maßstäben und reagiert unvorhersehbar.