Door augmented is a telematic sound sculpture that links different environments. The visitor can move  a door in the exhibition and this data is transmitted  to another moving door, a barn door in a steel frame, which stands as a solitary object in the midst of a meadow in the Austrian countryside. The sound object  in the open field becomes the dispositiv of the door´s movement in the exhibition. The door becomes an instrument. Through live streaming its movements are transmitted synchronously as sound and image in real time back to the exhibition.

Flash ist Pflicht!

 

Door augmented ist eine telematische soundsculptur, die zwei Orte miteinander  verbindet. Der Besucher interagiert  mittels Öffnen und Schließen einer physisch realen und als Objekt aufgebauten Tür im Ausstellungsraum. Durch diese Tür wird ein solitär im Stahlrahmen auf weitem Feld stehendes Soundobjekt, eine Heustadltür  gesteuert, die über einen Bildschirm gezeigt wird. Tür am Bildschirm und Tür im Ausstellungsraum bewegen sich synchron, leicht zeitversetzt. Neben der  Tür  in der Landschaft, werden Originalton  und großgepixelten Bild via live webcam in den Ausstellungraum übertragen. Besucher der Ausstellung greifen akustisch materiell  in den entlegenen Ort ein und interagieren parallel. Der Delay im Webstream steht für den Vermessungszeitraum der sich im Virtuellen abspielt.
( Technik support www.inncast.at)

Installation view, MAK, Vienna, 2011

 

Michael Lorber 

Door augmented

At the center of the exhibition space there is a doorframe. Next to it, a monitor shows another doorframe somewhere on a meadow, in the midst of an untouched and rough natural environment. When the door in the exhibition room is opened, the door on the meadow also opens, with a slight delay, and apparently by a ghost’s hand, but in the same angle as in the exhibition room. The doors can be closed again in the same manner. The installation is realized with a permanent Internet line that transfers the kinetic data from the moving door in the exhibition space to an automatic door opener fitted to the second door.

 The everyday action of opening a door is here part of a complex technical apparatus that creates a connection between two very distant locations. The remote location is visible and the observer – who becomes the agent of the door’s movement – is able to interact with it. Nevertheless, this location eludes a concrete definition. The rough natural environment remains mysterious and strangely placeless despite of its presence. It is in opposition to the technical nature of the installation and seams to counterpoint it.

The doorframes turn out to be doors to another dimension of perception, where the familiar relation between time and space in the everyday action of opening a door, which here coagulates to an act of performance, is undermined. The irritation caused by the delay in the real-time transmission brings the apparently suspended spatial distance back to the observer’s conscience as an experience of temporal latency. The technicist setup duplicates this action in a spatial and temporal dimension and, at the same time, deprives it of its actual function. The installation provides an experience of placelessness and temporal distortion of one’s own actions that breaks down the conditioning of daily routine in the observer’s perception.

door augmented
von Michael Lorber

Mitten im Ausstellungsraum steht ein Türrahmen. Daneben befindet sich ein Monitor, auf dem ebenfalls ein Türrahmen zu sehen ist, der irgendwo auf einer Wiese, mitten in unberührter, rauher Natur steht. Öffnet man die Tür im Ausstellungsraum, so öffnet sich – mit einer kurzen Verzögerung und scheinbar von Geisterhand – auch die Tür auf der Wiese, und zwar in den genau gleichen Variationswinkeln wie im Ausstellungsraum. Auf diese Weise lassen sich die Türen auch wieder schließen. Technisch realisiert wird diese Installation durch eine Internet-Standleitung, über welche die beim Öffnen der Tür im Ausstellungsraum gemessene Kinetik an einen automatischen Türöffner übertragen wird.

Die alltägliche Handbewegung des Türöffnens ist hier eingebunden in eine komplexe technische Apparatur, die eine direkte Verbindung zwischen zwei weit voneinander entfernten Orten herstellt. Der andere Ort ist sichtbar und der Betrachter –  der hier zum Akteur wird – kann mit ihm über die Bewegung der Tür interagieren. Dennoch entzieht sich der andere Ort seiner konkreten Bestimmung. Die rauhe Natur bleibt trotz ihrer Präsenz geheimnisvoll und eigentümlich ortlos. Sie steht im Gegensatz zur Technizität der Installation und scheint diese gleichsam zu konterkarieren.

Die Türrahmen erweisen sich als ein Tor zu anderen Dimensionen der Wahrnehmung, in denen das vertraute Verhältnis von Raum und Zeit im alltäglichen Öffnen einer Tür, das zum performativen Akt gerinnt, unterlaufen wird. Durch die Irritation, die sich aufgrund des Delays in der Echtzeitübertragung einstellt, dringt die vermeintlich aufgehobene räumliche Distanz zwischen den Orten als zeitliche Latenzerfahrung wieder ins Bewusstsein. In seiner technizistischen Zurichtung wird dieser Akt räumlich wie zeitlich verdoppelt und dabei seiner eigentlichen Funktion beraubt. Es ist die Ortlosigkeit und die zeitliche Verzerrung des eigenen Handelns, die in dieser Installation erfahrbar wird und die eigene Wahrnehmung in ihrer alltäglichen Konditionierung aufbricht.